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Hildegard_von_Binge_Drinking
Jesus ist tot. Punk auch. Und selbst wenn's Spinner gibt, die das leugnen: Deal with it. Machen Hildegard von Binge Drinking ja auch. Von Punk ist nur das Skelett übrig, das Direkte, die Wut - nicht das Wiederkäuen des immer gleichen Einheitsbreis und der Glaube daran, dass kurz nach Discharge die Geschichte aufgehört hat. Apropos Glaube: Der war noch nie in the mix. Dafür Krautrock oder zumindest heilsame Essenzen davon: Schlagzeug motorisch. Synthieläufe von hier bis Wolperath. Und der Vocoder, der schon bei Kraftwerk aus dem mittelmäßigen Sänger Ralf Hütter den grandiosen Sänger Ralf Hütter gemacht hat.
Jetzt also, nach 70 Shows zwischen Fusion, Christopher Street Day und französischem Bierfest: Debütalbum. Namens „Hildegard von Binge Drinking“ und zum Thema Schlaf. Ein Soundtrack der Träume - aber eher solcher, die man hat, wenn man betrunken unter einem flackernden Deckenlicht einschläft: kalter Schweiß, unkontrollierbares Muskelzucken, nervöses Aufschrecken - und die Frage, ob dieser Alptraum Realität ist oder diese Realität der Alptraum.
Wie das klingt? Kalt, wie sowjetischer New Wave aus den 80ern. Aus einer Zeit, als die Welt noch unterging. Künstlich, wie Synthesizer eben klingen - oder besser: wie ein Synthesizer eben klingt, schließlich ist es nur einer. Authentizität ist überbewertet, analog sowieso. Kompakt, weil es doch nur ein Duo ist. Auch wenn sich diese Chöre nach mehr anhören.

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06/10 James P. Honey (Buriers)
WIESBADEN


07/10 James P. Honey (Buriers)
FRANKFURT


14, 15/10 COZI Zinefest
FRANKFURT


15/10 Jeffrey Lewis and Los Bolts / Ghostbag
FRANKFURT